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Pressemitteilung vom 17. Mai 2011



Internationale Humanisten fordern:

Vatikan soll Beobachter Status bei UNO verlieren

Die Internationale Humanisten-Union (IHEU = International Humanist and Ethical Union) hat gefordert, dem Vatikan seinen Beobachter-Status bei den Vereinten Nationen zu entziehen. Grund sind aus Sicht des IHEU-Sprechers Keith Porteous Wood „gravierende und extensive Verstöße“ des Vatikans gegen die Kinderrechts-Konvention der Vereinten Nationen.

Wood erhob diese Forderung bei einer Rede in der Plenarsitzung des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen. Wood zitierte den britischen Juristen und ehemaligen UN-Richter Geoffrey Robertson, der beim Vatikan ein „egoistisches Verlangen“ feststellte, sich vor Skandalen zu schützen, was dazu geführt habe, dass pädophile Priester durch die Kirche gedeckt wurden. Diese seien durch die Glaubenskongregation, der der jetzige Papst zwei Jahrzehnte lang vorstand, nur nachlässig überwacht worden. Wood erwähnte in diesem Zusammenhang zwei Schreiben aus dem Vatikan aus den Jahren 1984 und 1997, in denen die Glaubenskongregation Anweisungen gab, die zur Vertuschung einschlägiger Fälle geführt haben.

Außerdem habe der Vatikan es seit nunmehr 14 Jahren versäumt, einen Bericht über „prozedurale Defizite“ abzugeben. Dies müsse endlich Konsequenzen haben, so Wood.

Anmerkung: Die von Wood erwähnten Schreiben und die Vertuschungspraxis der Glaubenskongregation mit ihrem langjährigen Leiter Joseph Ratzinger an der Spitze sind auch Gegenstand der Strafanzeige [6.337 KB] , die die Anwälte Sailer und Hetzel gegen Ratzinger vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag eingereicht haben.

"Bußakt" mit Erpressung

Es sollte ein „Bußakt“ werden, eine „Geste der Demut, die so lange von ihnen erwartet worden war“ (so die taz vom 16.3.11). Doch die Schirmherren klerikaler Kinderschänder, die sich in Paderborn zur Deutschen Bischofskonferenz versammelt hatten, dachten in erster Linie an sich und nicht an ihre Opfer. Chefbischof Dr. Zollitsch predigte salbungsvoll über „Erbarmen“ und „Erbarmungslosigkeit… Wir selbst haben in diesen Monaten neu ein großes Gespür dafür entwickelt, dass alles auf die Barmherzigkeit ankommt.“ Doch im Hintergrund droht er, „dass dem Erbarmungslosen die Zukunft verschlossen ist“.

Damit verhöhnt er die Opfer kirchlichen Seelenmords, die sich nicht mit scheinheiligen Reden zufrieden geben, sondern von der Kirche Genugtuung verlangen. Nicht die Opfer verschließen sich die Zukunft, wenn sie ihren Peinigern nicht verzeihen können, sondern die Kirche hat ihre Zukunft verwirkt, weil sie echte Wiedergutmachung verweigert und die Verbrecher in ihren Reihen jahrzehntelang deckte und weiter deckt: Durch ein päpstliches Vertuschungsgebot, das klerikale Kinderschänder vor Polizei und Staatsanwalt schützt. Ein Gebot, das 2001 von Joseph Ratzinger als Kardinal erneuert wurde und von ihm als Papst aufrecht erhalten wird. Ein Gebot, das den Papst und seine Bischöfe zu Schirmherren kirchlicher Sexualverbrecher macht. Über ihre Zukunftsaussichten können sie in ihrer eigenen Bibel nachlesen: „Wer einen von diesen Kleinen, die an Mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals im tiefen Meer versenkt würde.“ (Matthäus 18,6)